Schritt 1 von 5 - Tagung/Workshopauswahl
Schritt 1 - Tagung/Workshop- bzw. Kurzvortrag

[Freitag] WORKSHOP: Die Kunst, mehrsprachig einen Kürbis zu teilen - Erprobung von Betzavta-Methoden für den machtkritischen DaF-Unterricht

Elli MACK

 

Stellen Sie sich vor, auf dem Tisch steht ein Kürbis, drumherum drei Personen, alle wollen ovu bundevu, how do they manage to share it? А что, если мы не всё понимаем?
In diesem praxis- und erfahrungsbasierten Workshop werden verschiedene betzavta-Übungen vorgesellt, ausprobiert und deren Relevanz und Einsetzbarkeit für den eigenen DaF-/DaZ-Unterricht diskutiert. Betzavta ist ein Ansatz zur Demokratieförderung, der hier für den DaF-DaZ-Kontext adaptiert und erprobt wird. Dabei werden Teilnehmenden Erfahrungsräume geschaffen, die gängige Verhaltenspraktiken sowie Handlungs- und Deutungsmuster, speziell in Konfliktsituationen, aufzeigen, und anhand derer neue Lernräume eröffnet werden, die alternative Handlungsweisen diskutieren lassen. Für den DaFZ-Kontext wird dabei der Fokus vor allem auf Mehrsprachigkeit als gesellschaftliches und pädagogisch relevantes Phänomen gesetzt.
Durch die Verzahnung der Fremdsprachendidaktik mit Ansätzen des demokratischen Lernens wird der Versuch unternommen, macht- und diskriminierungskritische Perspektiven im Sinne der Critical Language Awareness in den DaFZ-Unterricht zu integrieren. Die Übungen ermöglichen, seine eigene sprachliche Praxis sowohl als Lehrkraft als auch als Lernende:r zu reflektieren, sich Ausschlussmechanismen bewusst zu werden und somit gerade Fragen der Diskriminierung durch sprachliches Handeln aufzuwerfen.
Letztendlich ist das Ziel, Teilhabe aller an gesellschaftlichen Prozessen zu fördern. Wie dies im mehrsprachigen Kontext gelingen kann, welche Rolle der (Fremd)Sprachunterricht dabei spielt und wie wir machtkritisches Lernen integrieren können, soll dieser Workshop aufzeigen.


Zielgruppe: DaF-/DaZ-Lehrende aller Zielgruppen, max. 20

Wann:
von   06.03.2026 , 16:10 Uhr
bis   06.03.2026 , 17:50 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Freitag] WORKSHOP: Workshop zur Adressierung von Schüler*innen mit Migrationsbiografie in einem Lehrwerk des Unterrichtsfaches Deutsch

Martin JELICIC

 

Der geplante Workshop baut auf meiner abgeschlossenen Masterarbeit auf, in der analysiert wurde, wie Schüler*innen mit Migrationsbiografie in einem Lehrwerk der vierten Klasse Mittelschule adressiert werden. Untersuchungsgegenstand ist der Lehrwerksverbund Vielfach Deutsch 4, der unter anderem die Bücher Sprachbuch, Arbeitsheft sowie Arbeitsheft Sprachförderung und DaZ beinhaltet. Im Workshop sollen zunächst die Ergebnisse der Masterarbeit vorgestellt werden. Die Teilnehmer*innen sollen dann die Möglichkeit erhalten, Passagen aus den untersuchten Büchern selbst in Gruppen selbstständig zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen schließlich im Plenum vorgestellt werden.
Behandelt wird der theoretische Rahmen der Masterarbeit, die Basis der Analyseperspektiven. Es stehen dabei diskurstheoretische, migrationspädagogische und rassismuskritische Bezüge nach Höhne et al. (2005) und Mecheril (2010) im Fokus. Weiters wird die Methode der Thematischen Diskursanalyse nach Höhne et al. (2005) als auch die der Adressierungsanalyse nach Rose und Ricken (2017) erklärt, mit der die Analyse erfolgt ist. Diese Einführung wird durch zentrale Ergebnisse der Masterarbeit abgerundet.
Um ein ganzheitliches Verständnis der Analysebeispiele zu gewährleisten, wird der Aufbau des Lehrwerks dargestellt. In weiterer Folge werden ausgewählte Analysebeispiele der Masterarbeit vorgestellt, die als Grundlage der Übungen dienen, welche die Teilnehmer*innen in Gruppen erarbeiten.
Die Teilnehmer*innen werden dann in Gruppen aufgeteilt und bekommen Passagen des Lehrwerks, um sie gemeinsam nach den vorgestellten Analyseperspektiven zu untersuchen. Ziel dieser Übung ist es, durch den Austausch in der Gruppe, diskursive Zuschreibungen in den jeweiligen Lehrwerken zu identifizieren und zu analysieren.
Weiters wird im Rahmen des Workshops die Auseinandersetzung alltäglich verwendeter Lerninhalte aus Sicht von rassismuskritischer Migrationspädagogik angestoßen. Hierbei werden Diskussionsanreize vorbereitet, die wiederum an die theoretischen Erläuterungen und den ersten Übungsteil des Workshops anknüpfen. Ziel ist es, eine gemeinsame Diskussion zu führen, in welcher auf sogenannte Migrant*innen bezogene Zuschreibungen in Lehrwerken und Lehrmitteln und welche diskursive Bedeutung diese auf die weiterführende Zukunft für Schüler*innen mit Migrationsbiografie haben könnten, analysiert und erörtert werden.

Wann:
von   06.03.2026 , 16:10 Uhr
bis   06.03.2026 , 17:50 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Freitag] WORKSHOP: „Du als Halbtürkin“ – der Comic Jein (2020) als Grundlage für einen migrationspädagogischen, subjektivierungs- und rassismuskritischen Unterricht

Lisa MUIK

 

Wer gehört dazu? Wer nicht? Wer ist ‚deutsch‘? Wer nicht? – Dies sind Fragen, die innerhalb unserer Gesellschaft viel zu häufig gestellt oder implizit an Individuen herangetragen werden. Diskurse rund um Diskriminierungen und Ausgrenzungen auf Basis vermeintlicher sprachlicher sowie kultureller Differenzen sind allgegenwärtig und müssen, im Sinne eines Anschlusses an die Lebensweltlichkeit von Lernenden, im Unterricht aufgegriffen werden.
Literatur vermag es einerseits, innerhalb der Gesellschaft vorzufindende Diskurse darzulegen, insofern als sich diese in ein literarisches Werk einschreiben. Andererseits kann Literatur auf Diskurse einwirken, indem sie diese nicht nur aufgreift und (re-)produziert, sondern auch hinterfragt und de-konstruiert. Das Medium des Comics durchbricht die Linearität von Sprache, transportiert Bedeutungsnuancen auf unterschiedlichen Sinneskanälen und eignet sich aufgrund seiner Komplexität somit besonders für ästhetisches und kulturreflexives Lernen.
Büke Schwarz‘ Comic Jein (2020) zeichnet sich durch eine fortwährende Beschäftigung mit und Verhandlung von Differenzlinien, Zuschreibungen und natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeiten (vgl. bspw. Mecheril 2010) aus; sowohl auf der Textebene als auch auf der Ebene der bildlichen Ausgestaltung. Protagonistin Elâ Wolf ist Künstlerin, Berlinerin und Halbtürkin, wobei letzteres, „ihrer Meinung nach, nichts mit ihrer Kunst und eigentlich auch nichts mit dem Rest ihres Lebens zu tun hat“ (Schwarz, 2020; U4-Text).
Der Workshop soll aufzeigen, wie der Comic Jein im Unterricht für Schüler*innen im Sinne eines Empowerments sowie im Hinblick auf die Reflexion und Dekonstruktion vorherrschender Diskurse, eingesetzt werden kann. Weiters liefert er reflexive Anschlussmöglichkeiten in der Erwachsenenbildung und kann im Hochschulbereich subjektivierungs- und migrationspädagogische Theorien verdeutlichen und ver“bild“lichen. Dabei werden theoretische Grundlagen geliefert, im Sinne einer Kompetenzsteigerung im Umgang mit dem Medium Comic analytische Mittel bereitgestellt und beispielhafte Unterrichtssequenzen ausprobiert.

 

Zielgruppe: Hochschullehrende, Sekundarbereich, Erwachsenenbildung

 

Literatur:
Schwarz, Büke. (2020). Jein. 2. Aufl. Jaja Verlag.
Mecheril, Paul. (2010). Migrationspädagogik. Hinführung zu einer Perspektive. In Paul Mecheril, María do Mar Castro Varela, İnci Dirim, Annita Kalpaka & Claus Melter (Hrsg.), Migrationspädagogik (S. 7–22). Beltz Verlag.

Wann:
von   06.03.2026 , 16:10 Uhr
bis   06.03.2026 , 17:50 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Freitag] WORKSHOP: Das Veto-Prinzip! Führe Regie über dein Leben!

Julia WEINGARTNER

 

Führe Regie über dein Leben! Das Veto-Prinzip® als performative Methode im DaF/DaZ-Unterricht


Sprache ist mehr als ein kommunikatives Werkzeug – sie ist ein kulturell-performativer Akt, der Identität, Zugehörigkeit und Teilhabe gestaltet. Im DaF/DaZ-Unterricht eröffnet sich damit die Chance bzw. die Notwendigkeit, nicht nur sprachliche Kompetenzen zu fördern, sondern auch Prozesse der Selbstermächtigung und des demokratischen Lernens zu initiieren.


Im Workshop werden mit dem Veto-Prinzip® und dem „Theatralen Mischpult“ (nach Maike Plath) Methoden vorgestellt, die in der partizipativen Theaterarbeit mit Jugendlichen entwickelt wurden und zahlreiche Potenziale für den Sprachunterricht mit Jugendlichen und Erwachsenen bieten.
Das Veto-Prinzip® basiert auf Gleichwürdigkeit und klaren Strukturen: Lernende erhalten die Möglichkeit, ihre Stimmen und Ideen hörbar zu machen, Entscheidungen mitzugestalten und Verantwortung für den Prozess zu übernehmen. Mithilfe des Theatralen Mischpults, einem Kartenset, das ästhetische und theatrale Gestaltungsmittel so aufbereitet, dass sie sofort und ohne Vorkenntnisse eingesetzt werden können, wird der Klassenraum zur Bühne und der Unterricht zu einem Erfahrungsspielraum!

Genau diesen werden wir im Rahmen des Workshops selbst erkunden. Mit dem Ball-Warm-up, Open Mic – Geschichten am Mikro, Basics aus dem Statustraining, Action-Figuren auf Bahnen erproben wir einfache und vielfältig im Unterricht einsetzbare Übungsformate. Die demokratischen Führungsjoker „Veto, Klarheit, Tempo & Co.“ schaffen gemeinsam mit dem Feedbackformat „Gespräch unter Freunden“ ein wertschätzendes Miteinander und lassen geschützte Räume entstehen, in denen Vertrauen wachsen kann. Durch die performative Annäherung können Situationen verfremdet, neu inszeniert und aus der Distanz betrachtet werden. Dies erlaubt es, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen, demokratische Kernkompetenzen (Empathie, Toleranz, Vertrauen und Identifikation) zu entwickeln und über das Erlebte zu reflektieren.


Ein zentraler Teil des Workshops ist der Austausch darüber, wie sich der vorgestellte Ansatz in die Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen (Sekundarstufe, Hochschule, Erwachsenenbildung) übertragen und in spezifische Lernkontexte sowie für inhaltliche Themen z.B. kulturreflexives Lernen einsetzen lässt.

Wann:
von   06.03.2026 , 16:10 Uhr
bis   06.03.2026 , 17:50 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Freitag] WORKSHOP: Diskursive Zugänge zu Kultur und Gesellschaft im DaF/DaZ-Unterricht

Ana ĐORĐEVIĆ, Nedim LIVNJAK und Robert POLJAN

 

Die Vermittlung von Kultur und Gesellschaft im DaF/DaZ-Unterricht verlangt Ansätze, die Vielfalt sichtbar machen, Diskriminierung vorbeugen und Lernende zu aktiver Teilhabe befähigen. Der Workshop stellt den kulturwissenschaftlich fundierten Ansatz der diskursiven Landeskunde (Altmayer) vor, der Kultur nicht als festes Faktengerüst versteht, sondern als dynamischen Aushandlungsprozess von Bedeutungen und Zugehörigkeiten.
Nach einem theoretischen Input zu den Begriffen Kultur, Diskurs und Diskursfähigkeit reflektieren die Teilnehmenden ihre eigenen Erfahrungen und analysieren Beispiele aus Lehrwerken im Hinblick auf die Darstellung von Vielfalt, Migration und gesellschaftlichen Kontroversen.
Im praktischen Teil arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen, adaptieren vorhandene Materialien und entwickeln Aufgaben, die Perspektivenvielfalt, kritisches Denken und Diskursfähigkeit fördern. Dabei kommen unterschiedliche Medien zum Einsatz.
Ziel ist es, Lehrkräfte zu ermutigen, ihre Materialien diskriminierungskritisch zu gestalten und Lernende dazu zu befähigen, aktiv an gesellschaftlichen Diskursen teilzunehmen und eigene Positionen zu entwickeln.

Wann:
von   06.03.2026 , 16:10 Uhr
bis   06.03.2026 , 17:50 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Freitag] WORKSHOP: Bärenhunger auf DaF/DaZ! Ethische Didaktik als Weg zum Raumverständnis des Ziellandes (am Beispiel der Freien Universität Bozen)

Daniel GALLO

 

Zielgruppe: Sekundar-, Hochschulbereich, Erwachsenenbildung
Die gesellschaftlich-kulturellen und Besonderheiten von DaF/DaZ-Zielländern wie Südtirol, deren Alltagsdiskurse und Alltagssprache in modernen Lehrwerken kaum Platz finden, kann sich bei Lernenden negativ auf Motivation, Raumorientierung, Teilhabe an Diskursen, Verständnis von Raumpraktiken und folglich Integration in der Zielkultur auswirken.
Nach einer kurzen Einführung der Südtiroler Sprachlandschaft und der Sprachziele der Freien Universität Bozen, setzen sich Teilnehmende in einem interaktiven und handlungsorientierten Workshop mit authentischen Materialien (Fakten, Zeitungsartikel, Videomaterial) zum aktuellen und kontroversen Thema "Bären in den Alpen" auseinander und formulieren offene Thesen/Fragen (spiralförmiges sich Herantasten an den Lerngegenstand nach Hans Hunfeld). Workshopteilnehmende werden dabei, wie Studierende der Freien Universität Bozen, nach dem didaktischen Prinzip der Problemorientierung aus dem Philosophieunterricht, mit "unentscheidbaren Fragen" (Heinz von Förster) aus lokalen Diskursen, Fremderfahrungen, Perspektivenvielfalt und Widersprüchen konfrontiert. In einem Rollenspiel werden eigene Denkwege und Positionen entwickelt, und gleichzeitig Empathie, Perspektivenwechsel und argumentative Urteilsbildung gefördert, um die komplexe, problemorientierte Leitfrage zum lokalen Diskurs „Braucht Südtirol den Bären?“ kompetenter zu reflektieren.
Ziel ist es, zu verstehen, inwiefern die "erlebte" Lehrmethode Sprachproduktion, Raumverständnis, intrinsische Motivation und kritisches Denken fördert bzw. die Möglichkeit der Teilnahme von Lernenden an lokalen Diskursen erhöht. Um zu prüfen, ob sich Perspektiven, Werte und Weltanschauungen durch Raumerfahrung, Raumkompetenz und Austausch mit anderen Workshopteilnehmenden/Studierenden ändern können, werden die Positionen für oder gegen Bären vor und nach der erworbenen Raumkenntnis bzw. dem Austausch/Rollenspiel verglichen.
Nach dieser gesteuerten Fremderfahrung, wird schließlich die zweite, problemorientierte, unentscheidbare Leitfrage "Braucht der DaF/DaZ-Erwerb philosophisch-ethische Didaktik zu lokalen Diskursen?" mit derselben Vorgehensweise des Bärendilemmas in den Raum gestellt und von den Workshopteilnehmenden "erlebt".

Wann:
von   06.03.2026 , 16:10 Uhr
bis   06.03.2026 , 17:50 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP I: Globale Herausforderungen lokal erfahrbar machen: Kritische Pädagogik im Virtual Exchange

Alice GRUBER und Manuela WAGNER

 

Dieser interaktive Workshop zeigt, wie kritische pädagogische Ansätze in Virtual-Exchange-(VE)-Projekten eingesetzt werden können, sowohl traditionell mit Videokonferenz-Tools als auch mit Virtual-Reality-(VR)-Technologien (Gruber & Wagner, 2024). Basierend auf theoretischen Grundlagen der Culturally Sustaining Pedagogy (Paris & Alim, 2017), Intercultural Citizenship (Byram, 2008) und interdisciplinary Intercultural Citizenship (Wagner, Cardetti, & Byram, 2019) entwickeln wir gemeinsam innovative Unterrichtskonzepte bzw. Konzepte für VE-Projekte.
Der Workshop fokussiert darauf, wie VE-Projekte Lernende dabei unterstützen können, ihre plurikulturellen Identitäten im interkulturellen Austausch zu stärken, die Welt kritisch zu reflektieren und aktiv Entscheidungen zur Lösung selbstgewählter Probleme zu treffen. Dabei werden die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und die GlocademiaMatrix (Guilherme, 2022) als konzeptueller Rahmen integriert, um globale Herausforderungen lokal erfahrbar zu machen.
Teilnehmende diskutieren aktiv theoretische Konzepte und entwickeln praktische Anwendungsmöglichkeiten für eigene VE-Projekte. Durch kollaborative Arbeitsformen erleben sie selbst, wie kritische Pädagogik und (immersive) Technologien kombiniert werden können, um Lernende zeitgemäß und inhaltsorientiert beim Lernen zu unterstützen. Der Workshop bietet Beispiele, konkrete Werkzeuge und Strategien zur Implementierung dieser innovativen Bildungsansätze. Dazu gehört auch die Diskussion von Open-Educational-Resources-Lehrplänen und -materialien, die speziell für den pädagogischen Rahmen des Intercultural Citizenship konzipiert sind. Der Workshop richtet sich an Lehrende aller Bildungsstufen ab Sekundarschule sowie Forschende, die an der Schnittstelle von Technologie, Pädagogik und globalem Lernen arbeiten.

Wann:
von   07.03.2026 , 09:00 Uhr
bis   07.03.2026 , 10:40 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP I: Plurizentrik im DaF-/DaZ-Unterricht? Ja, aber wie?

Tünde SÁRVÁRI

 

Deutsch gehört zu den sog. plurizentrischen Sprachen, d. h. es ist eine Sprache mit mehreren nationalen Zentren und dort kodifizierten, unterschiedlichen Standardvarietäten. Seit der Veröffentlichung der ABCD-Thesen bzw. des DACH-Konzepts wird betont, dass im DaF-Unterricht die sprachliche und kulturelle Vielfalt vermittelt werden sollte. Darüber hinaus sollte in Hinblick auf die international bekannten Sprachprüfungen (z. B. das Zertifikat Deutsch) der plurizentrische Ansatz in Unterrichtsmaterialien sogar ein Muss sein. Trotzdem spielt in vielen Lehr- und Lernmedien für DaF das deutschländische Deutsch nach wie vor die Hauptrolle.
Aus diesem Grund stellt sich die als Titel des Workshops gewählte Frage: „Plurizentrik im DaF-/DaZ-Unterricht? Ja, aber wie?“ Der Workshop zielt sich darauf ab, handlungs- und praxisorientiert dieser Frage nachzugehen. Im Sinne des SERA-Modells wird gemeinsam überlegt, wie sich Plurizentrik (von Anfang an) ohne riesengroßen Aufwand in den DaF-/DaZ-Unterricht integrieren lässt, welche sprachlichen Kompetenzen diesbezüglich im Zentrum stehen sollten und welche plurizentrischen Nachschlagewerke den Deutschlehrenden bei der Umsetzung des plurizentrischen Ansatzes eine Hilfe leisten können. Anhand von konkreten Aktivitäten wird gezeigt, mit welchen vorbereitenden und inhaltlichen Übungen DaF-/DaZ-Lernende die Verwendung von plurizentrischen Online-Nachschlagewerken erlernen und trainieren können.
Der Workshop richtet sich in erster Linie an (angehende) Deutschlehrende im Sekundarbereich, aber auch Expert:innen aus der DaF-Lehrer:innenaus- und -fortbildung sind als Zielgruppe angesprochen, die in diesem Bereich tätig sind.

Wann:
von   07.03.2026 , 09:00 Uhr
bis   07.03.2026 , 10:40 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP I: Der Holocaust als „heißes Thema“ (?) im DaF-Unterricht – Versuch einer postkolonialen und migrationsgesellschaftlichen Perspektivierung

Christine BECKER und Nina SIMON

 

In Zentrum dieses Workshops steht die Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust im DaF-Unterricht als einem zumindest potentiell “heißen Thema”. Der Holocaust wird seit den 1980er Jahren als Unterrichtsgegenstand in DaF-Lehrwerken berücksichtigt, dennoch ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex – anders als im DaZ-Unterricht – bislang eher begrenzt (vgl. Fornoff et al. 2020, 3). Ausnahmen stellen z.B. die Monografien von Ghobeyhsi (2002) und Fornoff (2016) dar, auf deren Grundlage sich Hauptgründe für die Beschäftigung mit dem Holocaust im DaF-Unterricht ausmachen. Eines der zentralen Ziele ist dabei die Thematisierung von Menschenrechten und demokratischen Werten bzw. der Konsequenzen ihres Verlusts (vgl. Ghobeyshi 2002), was dazu führt, dass DaF-Unterricht, der wie jeder Unterricht eine moralische Dimension hat (vgl. Buzzelli/Johnston 2002), zu einem Ort der ausgeprägten Wertevermittlung führt. Ein Nachdenken über das Verstricktsein des Lehrens und Lernens über den Holocaust in postkoloniale und migrationsgesellschaftliche Verhältnisse erfährt dabei bisher eher wenig Berücksichtigung, obgleich es Ansätze gibt, die versuchen, diese Komplexe miteinander zu verschränken (Rothberg 2021; Wiedemann 2022; Ballis 2025).
Ausgehend davon möchten wir gemeinsam mit den Workshopteilnehmenden exemplarische Unterrichtsmaterialien aus einer postkolonialen und migrationspädagogischen Perspektive beleuchten und Spannungsverhältnisse herausarbeiten, die in derartigen Materialien und entsprechenden Unterrichtssituationen virulent werden können. Sodann möchten wir diskutieren, wie der Holocaust thematisiert werden könnte ohne dabei postkoloniale und/oder migrationsgesellschaftliche Machtverhältnisse zu nivellieren oder gar gänzlich auszublenden, aber auch ohne die jeweiligen Spezifika unberücksichtigt zu lassen.

Wann:
von   07.03.2026 , 09:00 Uhr
bis   07.03.2026 , 10:40 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP I: Didaktisierung migrationsgesellschaftlicher Erinnerungsorte auf heimatkritischer Grundlage

Johannes KÖCK

 

Der Workshop beginnt mit einer kurzen theoretischen Einführung zu meinem Dissertationsvorhaben Migrationsgesellschaftliche Erinnerungsorte auf heimatkritischer Grundlage: Konturen eines Didaktisierungskonzeptes für die Erwachsenenbildung DaF/DaZ.
Dieses untersucht, wie bislang marginalisierte Erinnerungsorte (EO) von Geflüchteten migrationspädagogisch (Mecheril et. al) definiert und didaktisch fruchtbar gemacht werden können, indem hegemoniale, national codierte Erinnerungskulturen systematisch hinterfragt und erweitert werden. Theoretisch verankert sich die Studie in der Migrationspädagogik und einer diskursiven, kulturreflexiven Landeskunde (vgl. Schweiger, 2022), die Migration als konstitutiven Bestandteil amtlich deutschsprachiger Regionen und Gesellschaften begreift.
Methodisch wurden 18 Stadtspaziergänge als halbstandardisierte qualitative „Interviews im Gehen“ in Wien, Leipzig, Berlin und Plattling mit mehrsprachigen Teilnehmer:innen durchgeführt.
Im Workshop werden mit den Teilnehmer:innen kooperativ Transkript-Ausschnitte aus meinem Material diskutiert und analysiert, um zu illustrieren, dass eine heimatkritische Fundierung dieser EO Lernende für die Kontingenz von „Heimat“ sensibilisiert und Debatten über Zugehörigkeit und damit verbundene Ein- und Ausschlüsse im DaF/DaZ-Unterricht eröffnet.
Darauf aufbauend wollen wir Leitlinien für eine migrationssensible Landeskunde in der Erwachsenenbildung, die EO als reflexive und (herrschafts-)kritische Lernanlässe für den DaF/DaZ-Unterricht verstehen fruchtbar machen; mit dem Ziel gesteigerter gesellschaftlicher Partizipationsmöglichkeiten von Lernenden, durch erweiterte (mehr)sprachige Handlungsmöglichkeiten, welche durch Ausschnitte sprachlicher Alternation in den Interviews illustriert werden. Die abschließende Diskussion soll auch in die Frage münden, wie Lehrmaterialien zu EO gestaltet, bzw. vorhandene Lehrmaterialien analysiert werden können, so dass ein rassismusreflexiver Zugang als didaktische Querschnittsaufgabe in DaF/DaZ ermöglicht werden kann. Der Workshop will damit anhand meiner aktuellen, empirischen Ergebnisse einen praxisnahen Beitrag zur Konkretisierung einer nachhaltigen migrationspädagogischen, rassismuskritischen Didaktik im Kontext von EO leisten und meine Unterrichtserfahrungen aus DaZ und DaF-Kontexten dafür in ein produktives Verhältnis setzen.

Wann:
von   07.03.2026 , 09:00 Uhr
bis   07.03.2026 , 10:40 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF

[Samstag] WORKSHOP I: Lernkultur im digitalen Wandel

Magdalena MALECHOVÁ und Daniel MUSÍLIK

 

Im Rahmen der interaktiven Konferenz möchten wir einen Workshop (gerichtet vorwiegend an Lehrende im Hochschulbereich) anbieten, der innovative Methoden für den DaF-Unterricht präsentiert, bei denen kritisches Denken, kultur- und gesellschaftsbezogenes Lernen sowie ästhetisches Lernen im Mittelpunkt stehen. Zudem möchten wir konkrete Trainingsaufgaben und spielerische Übungsformate vorstellen, die Lernenden den Zugang zur Sprache erleichtern und sich unmittelbar in die eigene Lehrpraxis übertragen lassen. Dabei sollen Lehrende inspiriert werden, Methoden zu nutzen, die nicht nur sprachliche Kompetenzen fördern, sondern auch die Reflexion über gesellschaftliche Divergenzen, Machtstrukturen und Diskriminierung einschließen. Dabei werden verschiedene didaktische Techniken demonstriert, darunter auch Beispiele, bei denen digitale Werkzeuge und KI-gestützte Ansätze das kreative Arbeiten unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt auf theaterpädagogischen Herangehensweisen, bei denen das Theaterspiel als Medium für das Lernen der deutschen Sprache eingesetzt wird. Ergänzend geben wir Einblick in konkrete Spiel- und Übungssequenzen, die wir mit den Teilnehmenden exemplarisch erproben möchten. Durch aktive Beteiligung erleben die Mitwirkenden, wie ästhetisches Lernen auch mithilfe von digitalen Technologien zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe und kritischer Reflexion beitragen kann. Der Workshop verbindet somit methodische Impulse, praktische Trainingsaufgaben und ausgewählte KI-gestützte Unterstützungsformen. Ziel ist es, praktische Anregungen für eine kultur- und gesellschaftsbezogene Lernumgebung zu geben, die die Empowerment-Perspektive stärken und nachhaltige Lernerfahrungen ermöglichen.

Wann:
von   07.03.2026 , 09:00 Uhr
bis   07.03.2026 , 10:40 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP I: Einsatzmöglichkeiten von LLMs im Unterricht: Sprachliche Vielfalt und Teilhabe im DaF/DaZ-Unterricht.

René FOIDL und Julia RENNER

 

Ein Blick auf die Top 100 Tools for Learning 2025 (Hart 2025) zeigt wenig überraschend, dass sich Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT (Platz 2) als fester Bestandteil von Lehr-/Lernprozessen etabliert haben. Neben der Überarbeitung von Texten, Transformation von Formaten und Kreation von Unterrichtsmaterialien wird das Potenzial von personalisiertem Lernen und die dadurch einhergehende Stärkung von Autonomie und Motivation von Lerner:innen hervorgehoben (Law 2024). Zugleich können LLMs ein breites sprachliches Repertoire abdecken und damit zur Förderung von Teilhabe beitragen – auch dann, wenn sprachliche Handlungsmöglichkeiten im Deutschen noch eingeschränkt sind. Dadurch eröffnen sich neue Wege zu selbstermächtigtem Lernen, sofern Lernende und Lehrende über die nötigen KI-Kompetenzen verfügen.
Aus einer kritischen Perspektive ist KI jedoch nicht nur Werkzeug, sondern auch Gegenstand von Lernprozessen. Da Ausgaben von LLMs maßgeblich von Architektur, Trainingsdaten, Training und Ideologien der Herkunftskulturen/Sprecher:innen sowie Unternehmen geprägt sind (Buyl et al. 2024), können sie sowohl gesellschaftliche Ausschlüsse reproduzieren als auch Anlass für deren kritische Analyse bieten. LLMs eignen sich so zur Schaffung von Materialien, welche die Diversität des DACH-Raums abbilden, sie bieten aber auch das Potenzial zur kritischen Auseinandersetzung mit Repräsentationen und Darstellungen.
Vor diesem Hintergrund erforscht das Citizen Science Projekt MultilinguA.I. (2024 – 2027) gemeinsam mit Lernenden von Deutsch als Fremdsprache (National Kaohsiung University of Science and Technology (Taiwan)), wie LLMs eingesetzt werden können, um sprachliche Vielfalt (z.B. etwa Jugendsprache) im DACH-Raum zu vermitteln. Gleichzeitig können LLMs auch angeeignet werden, um Lerner:innen dabei zu unterstützen, für sie relevante Themen abzudecken, die traditionell keinen Eingang in Lehrbücher finden (z.B. queere Sprache (Foidl 2025)). Studierende erwerben dabei jene KI-Kompetenzen, die sie befähigen, Lernprozesse kritisch zu reflektieren und autonom mitzugestalten.
Der Ausgangspunkt dieses Workshops ist unsere empirische Forschung im Rahmen des MultilinguA.I. Projekts. Nach einem kurzen Input durch uns, nehmen die Teilnehmer:innen die Rolle von Lehrenden und Lernenden ein und erproben vorbereitete Prompts. In einem zweiten Schritt analysieren sie die KI-Ausgaben kritisch, um herauszuarbeiten, was funktioniert, was nicht funktioniert und inwiefern KI subversiv für marginalisierte Themen genutzt werden kann oder aber gesellschaftliche Ausschlüsse reproduziert. Im finalen Schritt adaptieren die Teilnehmer:innen die Prompts selbstständig, um KI für ihre Bedürfnisse zu adaptieren. Ziel ist es, den verantwortungsbewussten Einsatz von LLMs zu fördern und konkrete Impulse für die Unterrichtsgestaltung zu bieten, damit DaF-/DaZ-Lehrkräften ihre kritischen KI-Kompetenzen stärken und dadurch das selbstermächtigte und reflexive Lernen von Lernende zu stützen.

 

>> Bringen Sie bitte ihren Laptop bzw. ihr Tablet zum Workshop mit. <<

Wann:
von   07.03.2026 , 09:00 Uhr
bis   07.03.2026 , 10:40 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP II: „Kämpft endlich – wir sind das Volk“ – Musikvideos, Online-Kommentare und KI als Türöffner für kulturreflexives Lernen im DaF-Anfängerunterricht

Björn KASPER

 

Wie können Lernende bereits im Anfängerunterricht mit gesellschaftlich relevanten Themen in Berührung kommen, ohne sprachlich überfordert zu werden? Der Workshop zeigt anhand eines an einer japanischen Hochschule erprobten Lehrprojekts, wie deutschsprachige Musikvideos und die dazugehörigen Kommentarspalten auf Youtube für gesellschaftsbezogenes Lernen fruchtbar gemacht werden können. Ein Beispiel ist das Titelzitat, das im Rahmen eines längeren Kommentars unter dem Musikvideo Söhne Mannheims – Freiheit (YouTube, 2020) gepostet wurde und die rassistisch abgrenzend motivierte Umdeutung einer historischen Protestparole verdeutlicht. Aufbauend auf eigenen Vorarbeiten zur multimodalen Diskursanalyse und KI im DaF-Unterricht (Kasper 2025a,b, Beier-Taguchi et al. 2025) werden Unterrichtsmethoden vorgestellt, die KI-Tools gezielt einsetzen, um derart hochkomplexe Diskursausschnitte auch für diskursferne Lernanfänger*innen zugänglich zu machen.
Die TN durchlaufen im Workshop die gleichen Schritte wie Studierende im Seminar: Sie analysieren erstens verschiedene, vorselektierte Musikvideos gesellschaftskritischer Künstler*innen und Online-Kommentare, erproben zweitens ausgewählte KI-Tools, um kulturelle Narrative in kleinen, aber sinndichten Diskursfragmenten sichtbar zu machen, und diskutieren drittens, wie Themen wie demokratisches Miteinander sowie kulturelle Zugehörigkeit und Identität mittels der Arbeitsergebnisse didaktisch aufgegriffen werden können. Dabei wird besonders darauf eingegangen, wie kritische Medienbildung und selbstermächtigendes Lernen mit Anfänger*innen gefördert werden kann, welche methodischen Scaffolds KI hierbei bietet und wie Fragen von Diskriminierung, Rassismus und Ausschlussmechanismen in medialen Repräsentationen kritisch reflektiert werden können.
Der Workshop greift damit mehrere Leitfragen der Tagung auf: Er zeigt, wie Teilhabe auch bei geringen Sprachmitteln ermöglicht wird, wie Medienarbeit und gesellschaftsbezogenes Lernen in digitalisierten Kontexten verbunden werden können und nach welchen Kriterien ästhetische Ausdrucksformen wie Musikvideos ausgewählt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie Lehrende Lernende darin unterstützen können, implizite kulturelle Hierarchien und rassialisierende Muster zu erkennen und zu hinterfragen.


Zielgruppe: Lehrende im Hochschulbereich / in der Erwachsenenbildung.

 

Keywords: KI-gestützter Fremdsprachenunterricht, Multiliteracies, kulturreflexives Lernen, Rassismuskritik

Wann:
von   07.03.2026 , 13:30 Uhr
bis   07.03.2026 , 15:10 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP II: Forumtheater und Eisbergmodell: Werkzeuge rassismuskritischer Konfliktanalyse

Ana MILINKOVIC und Georgina FREI

 

Der praxisorientierte Workshop zeigt einen innovativen Ansatz zum Umgang mit kultur- und gesellschaftsbezogenen Konflikten, die im schulischen Umfeld auftreten. Zentral ist dabei der Einsatz des Forumtheaters, das den Teilnehmenden ermöglicht, Handlungsoptionen in geschützten Räumen zu erproben, Perspektiven zu wechseln und diskriminierungssensible Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Performative Verfahren ermöglichen den Teilnehmenden, eigene Erfahrungen einzubringen und alternative, partizipative Handlungsmöglichkeiten im Sinne der gesellschaftlichen Teilhabe sichtbar zu machen. Die Verbindung mit dem Eisbergmodell unterstützt die Teilnehmenden darin, sichtbare Verhaltensweisen im Unterricht mit zugrunde liegenden emotionalen, motivationalen und kulturellen Faktoren in Beziehung zu setzen. Auf diese Weise werden Konflikte nicht nur in ihrer Oberfläche, sondern auch in ihren tiefer liegenden Dynamiken analysierbar, was neue Lösungswege ermöglicht.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema Rassismus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie rassistische Spannungsfelder und Herausforderungen im schulischen Kontext sichtbar gemacht und pädagogisch aufgegriffen werden können. Mithilfe performativer Verfahren werden Szenarien entwickelt, in denen institutionelle Dynamiken, Machtverhältnisse und Interaktionsmuster erfahrbar werden. Die Teilnehmenden erwerben so grundlegende Kompetenzen für die Gestaltung inklusiver, diskriminierungssensibler Lernsettings.
Zur Unterstützung des Transfers in die Praxis erhalten die Lehrkräfte umfangreiche Materialien, darunter Unterrichtsanleitungen, eine Eisbergmodell-Vorlage, sprachliche Redemittel, Abstimmungskarten sowie Empfehlungen zum Einsatz von KI-Tools zur Szenarienentwicklung und Reflexionsanalyse.
Der Workshop richtet sich an DaF/DaZ-Lehrkräfte aller Bildungsstufen und lädt alle Interessierten ein, gemeinsam praxisnahe Ansätze für die Gestaltung inklusiver Lernräume zu erproben.

Wann:
von   07.03.2026 , 13:30 Uhr
bis   07.03.2026 , 15:10 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP II: Die Vergangenheit in der Gegenwart entdecken, reflektieren und mitgestalten – Kulturreflexive Zugänge für historisches Lernen im DaF/Z-Unterricht

Lisa HORAK

 

Geschichte begegnet uns täglich in vielfältigen Formen – in Filmen und Büchern, im öffentlichen und digitalen Raum, aber auch in dem, was in der Politik oder im Alltag gesagt oder worüber geschwiegen wird. Wie Gesellschaften gegenwärtig mit ihrer Vergangenheit umgehen, wer oder was wie erinnert wird und welche Funktionen der Vergangenheit dabei zugeschrieben werden, ist eng mit Sprache verknüpft. Daher kommt der Auseinandersetzung mit historischen Inhalten auch im Deutschunterricht besondere Relevanz zu: Sie ermöglicht es, geschichtskulturelle Diskurse in der Gegenwart zu erkennen, einzuordnen und kritisch wie informiert mitzugestalten.
Im DaF/DaZ-Unterricht sind historische Inhalte bislang vor allem in normativen Kontexten verankert – etwa in curricularen Vorgaben oder Werte- und Orientierungskursen. Häufig sind sie mit Zielsetzungen und Geschichts- bzw. Kulturverständnissen verbunden, die den Ansprüchen eines kulturreflexiven Lernens nicht gerecht werden. Vor diesem Hintergrund gilt es, kulturwissenschaftlich orientierte Zugänge für historisches Lernen in den Deutschunterricht einzubringen, die zum Hinterfragen von Selbstverständlichkeiten anregen, diskursive Repertoires erweitern und gesellschaftliche Teilhabe fördern.
Der Workshop setzt hier an und verfolgt drei Ziele: Erstens werden praxisnahe Methoden und Materialien zu einem kultur- und gesellschaftsbezogenen historischen Lernen im DaF/DaZ-Unterricht vorgestellt, erprobt und diskutiert. Zweitens werden diese Methoden gemeinsam im Hinblick auf ihre didaktischen Prinzipien, Zielsetzungen sowie ihre Anschlussfähigkeit an die Interessen und sprachlichen Möglichkeiten der Lernenden reflektiert. Drittens werden darauf aufbauend neue Didaktisierungsideen entwickelt. Die Fragen nach dem Wozu, dem Was und dem Wie von Geschichte(n) im Deutschkurs bilden dabei den übergeordneten Rahmen, der auf theoretischen und empirischen Erkenntnissen des Faches basiert.
Der Workshop möchte dazu beitragen, Deutschkurse als Räume zu begreifen, in denen unterschiedliche, auch ambivalente erinnerungskulturelle Deutungsmuster artikuliert, hinterfragt und weiterentwickelt werden können. Dabei soll das Potenzial sichtbar werden, das historisches Lernen im Deutschunterricht für die Pluralisierung und Demokratisierung von Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft bietet.
Zielgruppe: Lehrende in der Erwachsenenbildung, im Hochschul- sowie im Sekundarbereich

Wann:
von   07.03.2026 , 13:30 Uhr
bis   07.03.2026 , 15:10 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP II: DACHL aus der Ferne erkunden – selbstgesteuert, kollaborativ, authentisch

Cezar CONSTANTINESCU

 

In diesem Workshop werden zwei experimentelle Unterrichtskonzepte behandelt, die der Vortragende an einer japanischen Universität eingesetzt hat. In den vorgestellten Kursen erarbeiten die Studierenden mit Deutschkenntnissen auf A1+ und A2 selbstgewählte landeskundliche Themen mithilfe von Online-Ressourcen, sammeln digitale Materialien und Aufgaben/Arbeitsanweisungen für den Einsatz in der Unterrichtsstunde auf digitalen Pinnwänden (Padlet, TaskCards u. ä.) und halten kurze Präsentationen zu Neuigkeiten aus der DACHL-Region. Durch die Zusammenarbeit im Unterricht entsteht mit Unterstützung der Lehrperson eine kuratierte Materialiensammlung, die den Teilnehmenden auch nach Abschluss des Kurses erhalten bleibt.
Kernelemente der Unterrichtskonzepte sind das autonome und handlungsorientierte Lernen, der selbstständige Wissenserwerb, der Umgang mit authentischen, d. h. nicht vorab didaktisierten Materialen sowie die sprachliche Mediation und ein plurizentrischer Ansatz.
Im ersten Teil des Workshops werden die theoretischen Überlegungen zu den Unterrichtskonzepten, die praktische Umsetzung im vergangenen Studienjahr sowie deren Reflexion beschrieben. Im zweiten Teil haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, die in den Kursen entstandenen digitalen Materialiensammlungen genauer zu erkunden und in Gruppenarbeit die Anpassung an andere Rahmenbedingungen zu skizzieren. Dabei sind Lehrziele und Inhalte genauso wie unterschiedliche Kursgrößen zu berücksichtigen.
Der Workshop richtet sich an alle DaF-Lehrenden, die sich für den beschriebenen Unterrichtskontext interessieren und durch einen Perspektivenwechsel ihren eigenen Unterricht reflektieren möchten. Ein gemeinsamer Nenner sollte die Zielgruppe der Lernenden sein, also lerngeübte junge Erwachsene mit Deutschkenntnissen bis A2.

Wann:
von   07.03.2026 , 13:30 Uhr
bis   07.03.2026 , 15:10 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.

[Samstag] WORKSHOP II: Der produktive Umgang mit Zweifeln in der kritischen Sprachdidaktik

Manuela WAGNER, Terry OSBORN und Violet AFFLECK

 

Kritische Ansätze wie intercultural citizenship (Byram 2008), interdisciplinary intercultural citizenship (Wagner, Cardetti & Byram 2019), language education for social justice (Osborn 2006) und antiracist education (Anya, 2020) fordern dazu auf, sprachliches Lernen mit der Förderung kritischer Reflexion und Aktion zu verbinden. Unser Workshop greift diese Ansätze auf und rückt ein bislang wenig beachtetes Konzept in den Vordergrund: den produktiven Umgang von Lehrenden mit Zweifeln im Kontext kritischer Pädagogik.
Auf Basis einer qualitativen Interviewstudie mit 14 Lehrpersonen unterschiedlicher Sprachen (darunter Deutsch) im Schul- und Universitätsbereich diskutieren wir, wie Lehrende, die sich als „Pionier*innen“ kritischer Praxis verstehen, Zweifel erleben und nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass Zweifel sowohl durch institutionelle Widerstände als auch durch Selbstwahrnehmungen entstehen und dass der Versuch, Zweifel zu vermeiden oder zu unterdrücken, paradoxerweise das Vertrauen von Lehrkräften schwächen kann, während das bewusste Reflektieren über Zweifel ihn in eine treibende Kraft für transformative Praxis verwandeln kann. Aufbauend auf dem Konzept der aspirational doubt (Schaper 2025) begreifen wir Zweifel als Chance, nicht als Defizit.
Der Workshop ist interaktiv gestaltet: Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen mit Fallbeispielen, Lehrwerksausschnitten und multimedialen Materialien, um eigene Zweifel zu identifizieren, zu reflektieren und als Ressource für kritisches Lernen zu nutzen. Übungen zur Perspektivübernahme, zu alternativen Materialgestaltungen und zur kritischen Medienanalyse verbinden theoretische Konzepte mit praktischen Handlungsmöglichkeiten im DaF/DaZ-Unterricht. Dabei wird sichtbar, wie Zweifel im Spannungsfeld von Professionalität und Unsicherheit bewusst didaktisch eingesetzt werden kann, um Lernenden Reflexion über Macht- und Ungleichheitsverhältnisse und aktives Handeln zu ermöglichen.
Der Workshop bietet Lehrenden und Lehramtsstudierenden somit konkrete Strategien, kritische Ansätze in ihrer Unterrichtspraxis zu verankern und durch Zweifel neue Räume für Empowerment und gesellschaftsbezogenes Lernen zu eröffnen.

Wann:
von   07.03.2026 , 13:30 Uhr
bis   07.03.2026 , 15:10 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF

[Samstag] WORKSHOP II: Pünktlichkeit und Dirndl – ist das DaF? Stereotypen, kommunikative und kulturelle Missverständnisse im DaF-Unterricht

Marje ZSCHIESCHE-STOCK

 

Sprache transportiert weit mehr als bloße Information – sie spiegelt kulturelle Werte, Kommunikationsnormen und soziale Erwartungen wider. Im DaF-Unterricht treffen daher nicht nur unterschiedliche Sprachen, sondern auch verschiedene Deutungsmuster, Höflichkeitsregeln und Selbstbilder aufeinander. Aus dieser Begegnung entstehen häufig Missverständnisse: eine verspätete Ankunft, ein vermeintlich zu direkter Kommentar oder die Frage, ob das Oktoberfest tatsächlich „typisch deutsch“ ist.
Statt solche Situationen als Störungen zu betrachten, begreift der Beitrag sie als didaktisches Potenzial. Kommunikationspannen und kulturelle Missverständnisse bieten authentische Lernanlässe, um Lernende für Perspektivenvielfalt zu sensibilisieren und interkulturelle Handlungsfähigkeit aufzubauen. Der Fokus liegt auf der Frage, wie Lehrkräfte solche Momente gezielt nutzen können, um kritisches Denken, Selbstreflexion und humorvolle Distanz zu fördern.
Anhand konkreter Beispiele aus Lehrwerken, Unterrichtsgesprächen und Beobachtungen (z. B. zu den Themen „Pünktlichkeit“, „Direktheit“, „Small Talk“ oder „Regionalität“) wird gezeigt, wie Stereotype sichtbar, verhandelbar und transformierbar werden. Methoden wie Rollenspiele, Perspektivenwechsel, Bildimpulse oder KI-gestützte Dialogsimulationen unterstützen dabei, kulturelle Zuschreibungen zu hinterfragen und neue Deutungsräume zu öffnen.
Ziel des Beitrags ist es, Wege aufzuzeigen, wie DaF-Unterricht zum Ort interkultureller Begegnung werden kann: Lernende sollen nicht nur sprachlich korrekt, sondern auch kommunikativ souverän und kulturell sensibel handeln können – jenseits von Dirndl und Pünktlichkeitsmythen.

Wann:
von   07.03.2026 , 13:30 Uhr
bis   07.03.2026 , 15:10 Uhr
Wo:
PH Wien, Ettenreichgasse 45a 1100 Wien
Wer:
ÖDaF
Der Workshop ist bereits voll belegt.
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"Ziel jedes sprachenpolitischen Engagements ist die Förderung der Mehrsprachigkeit. Dies schließt die Durchsetzung einer Sprache auf Kosten anderer Sprachen aus."

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