Führe Regie über dein Leben! Das Veto-Prinzip® als performative Methode im DaF/DaZ-Unterricht
Sprache ist mehr als ein kommunikatives Werkzeug – sie ist ein kulturell-performativer Akt, der Identität, Zugehörigkeit und Teilhabe gestaltet. Im DaF/DaZ-Unterricht eröffnet sich damit die Chance bzw. die Notwendigkeit, nicht nur sprachliche Kompetenzen zu fördern, sondern auch Prozesse der Selbstermächtigung und des demokratischen Lernens zu initiieren.
Im Workshop werden mit dem Veto-Prinzip® und dem „Theatralen Mischpult“ (nach Maike Plath) Methoden vorgestellt, die in der partizipativen Theaterarbeit mit Jugendlichen entwickelt wurden und zahlreiche Potenziale für den Sprachunterricht mit Jugendlichen und Erwachsenen bieten.
Das Veto-Prinzip® basiert auf Gleichwürdigkeit und klaren Strukturen: Lernende erhalten die Möglichkeit, ihre Stimmen und Ideen hörbar zu machen, Entscheidungen mitzugestalten und Verantwortung für den Prozess zu übernehmen. Mithilfe des Theatralen Mischpults, einem Kartenset, das ästhetische und theatrale Gestaltungsmittel so aufbereitet, dass sie sofort und ohne Vorkenntnisse eingesetzt werden können, wird der Klassenraum zur Bühne und der Unterricht zu einem Erfahrungsspielraum!
Genau diesen werden wir im Rahmen des Workshops selbst erkunden. Mit dem Ball-Warm-up, Open Mic – Geschichten am Mikro, Basics aus dem Statustraining, Action-Figuren auf Bahnen erproben wir einfache und vielfältig im Unterricht einsetzbare Übungsformate. Die demokratischen Führungsjoker „Veto, Klarheit, Tempo & Co.“ schaffen gemeinsam mit dem Feedbackformat „Gespräch unter Freunden“ ein wertschätzendes Miteinander und lassen geschützte Räume entstehen, in denen Vertrauen wachsen kann. Durch die performative Annäherung können Situationen verfremdet, neu inszeniert und aus der Distanz betrachtet werden. Dies erlaubt es, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen, demokratische Kernkompetenzen (Empathie, Toleranz, Vertrauen und Identifikation) zu entwickeln und über das Erlebte zu reflektieren.
Ein zentraler Teil des Workshops ist der Austausch darüber, wie sich der vorgestellte Ansatz in die Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen (Sekundarstufe, Hochschule, Erwachsenenbildung) übertragen und in spezifische Lernkontexte sowie für inhaltliche Themen z.B. kulturreflexives Lernen einsetzen lässt.