[Workshop Samstag] Verdammte Grammatik! Schimpfen mit Partizipien

Carla Lubica Ruprecht

 

Zielgruppe: Lehrende in der Sekundarstufe, Lehrende in der Erwachsenenbildung oder an der Hochschule

 

Man kann kaum bestreiten, dass Schimpfen als Sprechhandlung einen festen Platz in jeder Sprache hat, auch wenn jede_r Sprecher_in unterschiedlich damit umgeht. Noch dazu kann (kreatives) Schimpfen auch soziolinguistisch von Bedeutung sein, so drücken einzelne Sprecher_innen doch durch ihr Schimpfrepertoire ihre Identität sowie eine Gruppenzugehörigkeit aus.

Obwohl – aus meiner Erfahrung – Lernende oftmals nach deutschsprachigen Schimpfwörtern fragen, scheint Schimpfen trotzdem als Tabuthema aus dem DaF/DaZ-Unterricht sowie aus dem ganzen Bildungsbereich verbannt zu sein. Dabei muss Schimpfen nicht immer gleich grob, verletzend und ein Zeichen von „schlechtem Charakter“ sein.

Im Gegenteil: Schimpfwörter können Ausdruck der eigenen Kreativität sein, können den Gegenüber überraschen und ihn verblüfft zurücklassen. Zu dieser echten, ideenreichen wie auch ästhetischen „Schimpfkultur“, wie sie beispielsweise in Hermann Seyboths liebevoller Anleitung „Hohe Schule des Schimpfens“ (1958) gelebt wird, will ich zurückführen.

 

Das Ziel des Workshops ist es, den positiven Nutzen dieser hohen Schimpfkultur für den DaF/DaZ-Unterricht aufzuzeigen. Gemeinsam werden wir Bedingungen sowie Grenzen formulieren, die das Schimpfen im DaF/DaZ-Unterricht braucht. Wir werden der Frage nachgehen, welches „Schimpfrepertoire“ und welche „Schimpfregeln“ wir unseren Lernenden mitgeben dürfen/sollten, die DACH-Länder mitberücksichtigt. Ich werde eine Art Schimpfmodell vorstellen, welches u.a. mit Botanik- und Zoologielexik in Verbindung mit Partizipien arbeitet, z.B. „Sie verdammter Hund!“ oder „Sie stinkende Gans!“. In einem weiteren Schritt werden wir den Wortschatz erweitern, indem wir eigene Komposita bilden wie z.B. „Intelligenzallergiker“ und diese mit Relativsätzen erklären. Zum Schluss wird es ernst, denn wir liefern uns ein Schimpfduell.

Ich kann also nicht garantieren, dass Sie nicht schimpfend den Workshop verlassen werden.

 

 

 

Angaben zur Person

Carla Lubica Ruprecht absolvierte Slowakistik und Russistik an der Universität Wien. Sie studiert seit 2014 den Master DaF/DaF an der Universität Wien, mit einem Erasmusaufenthalt an der Comenius Universität in Bratislava, wo sie ein weiteres halbes Jahr blieb. In zwei sechsmonatigen DaF-Praktika sammelte sie Unterrichtserfahrung in Kirgistan und Armenien, wo sie an staatlichen Universitäten Kurse hielt. Am Österreich Institut Bratislava ist sie seit 2017 tätig, wo sie meistens Erwachsene aber auch Jugendliche unterrichtet. Sie beschäftigt sich gern mit zeitgenössischer österreichischer Musik im DaF-Unterricht, wozu sie bereits Workshops in Armenien, Ungarn und am Österreich Institut Bratislava hielt.

Seyboth, Hermann (1958): Hohe Schule des Schimpfens, München, Ehrenwirth Verlag.

Abonnieren Sie unseren
Newsletter

"Ziel jedes sprachenpolitischen Engagements ist die Förderung der Mehrsprachigkeit. Dies schließt die Durchsetzung einer Sprache auf Kosten anderer Sprachen aus."

- Strobler Thesen 

Der ÖDaF ist Mitglied des IDV

Der ÖDaF ist Mitglied des ÖSKO

ÖDaF
Österreichischer Fachverband für Deutsch
als Fremdsprache/Zweitsprache
c/o Fachbereich Deutsch
als Fremd- und Zweitsprache
Institut für Germanistik
Universität Wien
Universitätsring 1
A - 1010 Wien

Bankverbindung (lautend auf ÖDaF):
P.S.K. - BLZ: 60000
Kto.Nr.: 7.963.205
BIC: BAWAATWW
IBAN: AT79 6000 0000 0796 3205
Darstellung: