[Kurzvortrag - Teil II] „Wir werden trotzdem noch irgendwie mit unseren Kumpels rumhängen“. Grammatikvermittlung anhand jugendsprachlicher Daten

Martin Wichmann

 

Zielgruppe: Lehrende an der Hochschule

 

Traditionelle Grammatikvermittlung basiert leider immer noch allzu oft auf der Einübung und Automatisierung kontextenthobener, isolierter Beispielsätze. Die Rückführung der grammatischen Phänomene auf empirische Daten und konkrete Verwendungskontexte ist ein wichtiges Desiderat, das es zu bearbeiten gilt. Die Arbeit mit jugendsprachlichen Daten bietet hierzu eine sehr gute Möglichkeit. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, wie eine Grammatikvermittlung anhand authentischer jugendsprachlicher Daten aussehen kann und wie sich beide Lerngegenstände sinnvoll miteinander verbinden lassen. Die empirischen Daten stammen aus Musiksongs, Dokumentar- und Spielfilmen sowie authentischen Gesprächen. Exemplarisch wird die Didaktisierung einigerprominenter grammatischer Phänomene vorgestellt, die in den Daten auftreten. Hier werde ich mich vor allem auf Modalverben, trennbare Verben und (Modal-)Partikeln fokussieren. Da Jugendsprache ein beliebtes Unterrichtsthema ist, kann es die Motivation für das Deutschlernen steigern und wiederum so manche grammatische „Durstrecke“ überwinden helfen. Aus DaF-Perspektive ist die Vermittlung von Jugendsprache für ausländische Studierende vor allem rezeptiv relevant, da die Lerner über keine eigene Jugendsprache im Deutschen verfügen. Dennoch ist es punktuell sinnvoll, auch produktiv zu arbeiten und Beispiele (z.B. in Form von Kontaktanzeigen) erstellen zu lassen. Diese können dann wiederum Ausgangspunkt für Fehleranalysen und zielgruppenspezifische Grammatikübungen sein. Wie dies konkret geschehen kann, wird ebenfalls exemplarisch beschrieben. Zum Abschluss des Vortrags werden weiterführende Fragestellungen im Hinblick auf die didaktische Vermittlung diskutiert. Dabei wird auch herausgearbeitet, worin der didaktische „Mehrwert“ einer solchen Grammatikvermittlung bestehen kann. 

 

Angaben zur Person

Seit 2019 Leiter des Bereichs Deutsch als Fremdsprache an der Ruhr-Universität Bochum, zuvor diverse Lehrtätigkeiten an Hochschulen im In- und Ausland: Bielefeld, Hannover, Greifswald, Helsinki (als DAAD-Lektor), Stockholm und Dortmund. Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik sowie Zertifikatsstudium in Deutsch als Fremdsprache an der TU Dortmund, dort auch Promotion in germanistischer Linguistik. 

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