[Kurzvortrag - Teil I] Vermittlung der Grammatik aus der Perspektive der Tertiärsprachendidaktik

Irena Horvatić Bilić/ Jasmina Troha

 

Zielgruppe: Lehrende in Primar- oder Sekundarstufe

 

Im Beitrag wird über den Einbezug anderer Sprachen bei der Grammatikvermittlung ausgehend von den Prinzipien der Tertiärsprachendidaktik (Neuner: 2003, 2005) diskutiert. Deutsch wird als zu erlernende Zielsprache in der DaFnE-Konstellation (Deutsch als Fremdsprache nach Englisch) betrachtet.  Das Ziel ist die  Feststellung des Synergiepotenzials in der Vermittlung der deutschen Grammatik. Synergieeffekte werden zwischen den sprachlichen Vorkenntnissen der ersten Fremdsprache Englisch (L2), der Muttersprache Kroatisch (L1) und der zweiten Fremdsprache Deutsch (L3) erwartet. Die Diskussion beruht auf zwei empirischen Untersuchungen, die sich mit der Mehrsprachigkeitskompetenz der DaF-Lernenden zum einen in der 5. Klasse Grundschule (zweites Lernjahr, Deutsch als Wahlfach ab der vierten Klasse) und zum anderen in der ersten Klasse Mittelschule (erstes Lernjahr für Anfänger) beschäftigten. Die Aufgaben zum zwischensprachlichen Transfer enthielten neben lexikalischen auch grammatische Elemente, bei denen festgestellt werden konnte, in welchem Masse die sprachlichen Vorkenntnisse die Bewältigung der grammatischen Elemente der neuen Fremdsprache fördern. Im allgemeinen konnte festgehalten werden, dass bei beiden Gruppen von Probanden mehrsprachiges Potenzial vorhanden ist, dass sie im Stande sind Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen verwandten Sprachen zu identifizieren und sie auch teilweise metasprachlich zu verbalisieren. 

 

Im zweiten Teil des Beitrags wird darauf eingegangen, wie die Forschungsergebnisse in der Unterrichtspraxis und in der Lehrwerkgestaltung angewandt werden können. Anhand mehrerer Beispiele aus Lehrwerken für DaF-Unterricht in Grund- und Mittelschule wird gezeigt, wie das Mehrsprachigkeitspotenzial der Lernenden aktiviert werden kann. Neben dem sprachlichen Input in Lehrwerken und Zusatzmaterialien ist die Bereitschaft der Lehrkräfte, mindestens punktuell sprachenübergreifendes Lehren (Behr, 2007) im DaF-Unterricht anzuwenden entscheidend. 

 

Angaben zu den Personen

Irena Horvatić Bilić ist Lehrende der Abteilung für Fachsprachen der Juristischen Fakultät der Universität Zagreb, wo sie Deutsch und Englisch als Fachsprachen für angehende Juristen und Verwaltungsreferenten unterrichtet. Seit Jahren ist sie auch im DaF-Lektorat eines der größten kroatischen Verlage tätig. Sie ist Autorin einer Lehrwerkserie für Deutsch als zweite Fremdsprache auf dem mittelschulischen Niveau – zweite.sprache@DEUTSCH.de. Ihre Forschungsinteressen umfassen Mehrsprachigkeitskompetenz und Tertiärsprachendidaktik sowie Fachsprachen und Fachsprachendidaktik.

 

Jasmina Troha ist an der Grundschule Malešnica in Zagreb tätig und arbeitet seit 11 Jahren als Primarstufenlehrerin. Ihr Germanistikstudium und die Ausbildung zur Primarstufenlehrerin hat sie an der Fakultät für Lehrerbildung der Universität Zagreb abgeschlossen. An der gleichen Fakultät ist sie zurzeit Studentin des Doktoratsstudiums, Modul Fremdsprachen. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit dem Thema Mehrsprachigkeit auf dem grundschulischen Niveau. Ihre Forschungsinteressen umfassen auch frühes Fremdsprachenlernen und Lehrwerkentwicklung. Sie ist Koautorin an zwei Lehrwerkserien für Deutsch als Fremdsprache  in der Sekundarstufe I, Flink mit Deutsch Neu und Gut gemacht!

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