[Kurzvortrag - Teil I] Morphosyntaktische Kompetenzen unterrichtsbegleitend individualisiert ausbauen

Anna-Maria Maier

 

Zielgruppe: Lehrende der Sekundarstufe

 

Die Flexion der Nominalphrase im Deutschen stellt DaF- und DaZ-LernerInnen vor große Hürden (Jeuk 2008, S. 198f.). Lehrkräfte fühlen sich einer adäquaten Förderung in Regelklassen nicht gewachsen (vgl. Rösch 2001, S. 11). Desiderata liegen u.a. in der Entwicklung passender Lehr- und Lernmaterialien für einen differenzierenden Einsatz vor.

Im Vortrag werden erste Ergebnisse eines Dissertationsprojektes präsentiert, in dem der Einsatz des neuen Förderkonzepts „Flex“ untersucht wird (dies basiert auf Berkemeier & Wieland 2017). Es kann dazu beitragen, das sprachliche Lernen im Bereich der Nominalflexion durch ein innovatives Förderkonzept zu unterstützen. Dieses soll LehrerInnen dazu befähigen, SchülerInnen im Hinblick auf Flexionsformen durchgängig bei jeglichem Thema systematisch und niveaudifferenziert zu fördern. Gleichzeitig soll es SprachlernerInnen zu einem freudvollen, selbstständigen und individualisierten Erwerbsprozess verhelfen. Die übergeordnete Forschungsfrage lautet deshalb: Wie ist ein Konzept für DaZ-LernerInnen der Sekundarstufe I zu gestalten, wenn man unterrichtsbegleitend morphosyntaktische Kompetenzen weiter ausbauen will?

Die Studie orientiert sich am Design-Based Research-Ansatz (McKenney & Reeves 2012), um empirische Forschung und pädagogische Praxis miteinander zu verzahnen. Datengrundlage sind videographierte Lerninteraktionen und Lautdenkprotokolle von SchülerInnen der Klassenstufen 5 bis 6 an Gemeinschaftsschulen, bei denen die SchülerInnen mit dem entwickelten Material an morphosyntaktischen Strukturen arbeiten. Die Analyse bedient sich u.a. der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse (Kuckartz 2016).

 

 

Literatur

- Berkemeier, A., & Wieland, R. (2017). Interdependenz von Formen und Funktionen DaZcurricular nutzen. In: Ekinci, Y., Montanari, E., Selmani, L. (Hrsg.), Grammatik und Variation. Festschrift für Ludger Hoffmann zum 65. Geburtstag. Mörlenbach: Strauss GmbH. S. 257-266.

- Jeuk, S. (2008). Zweitspracherwerb im Anfangsunterricht – erste Ergebnisse. In: Ahrenholz, B. (Hrsg.), Kinder mit Migrationshintergrund. Spracherwerb und Fördermöglichkeiten. Freiburg im Breisgau: Fillibach Verlag. S. 186-202.

- Kuckartz, U. (2016). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung. Weinheim, Basel: Beltz.

- McKenney, E., & Reeves, C. (2012). Conducting educational design research. Abingdon, Oxon: Routledge.

- Rösch, H. (2001). Handreichung. Deutsch als Zweitsprache. Berlin: Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport.

 

Angaben zur Person

Anna-Maria Maier ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Projekt „Durchgängige Sprachförderung an Heidelberger Schulen“. Ihr erstes Staatsexamen hat sie an der PH Heidelberg für das Lehramt Sekundarstufe I absolviert - mit den Fächern Deutsch, Englisch, sowie Alltagskultur und Gesundheit. Seit Ende 2018 promoviert sie zur Förderung der Nominalflexion bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache bei Prof. Dr. Inga Harren (PH Heidelberg) und Prof. Dr. Anne Berkemeier (Uni Münster). 

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