[Kurzvortrag - Teil I] „...und natürlich mit der Maus und dem Elefanten!“ – Potentiale von Kinder- und Jugendfernseh-Formaten für den DaF/DaZ-Unterricht

Annemarie Hülsmann

 

Zielgruppe: Lehrkräfte der Primarstufe und Sekundarstufe I. 

 

In fremdsprachendidaktischer Literatur wird häufig die besondere Eignung von Filmen im (Englisch-)Unterricht zur Förderung produktiver und rezeptiver kommunikativer Kompetenzen hervorgehoben (vgl. u.A. Henseler et al. 2011; Lütge 2012). Fremdsprachige Filme werden dabei als authentisches Material betrachtet, das den Lernenden einen motivationalen Zugang zur Sprache ermöglicht und fremdsprachliche Handlungs- und Kommunikationskompetenzen vermittelt. Berücksichtigt werden bei den didaktischen Überlegungen allerdings meistens Spielfilme oder Literaturverfilmungen als Inszenierungen lebensweltlicher Situationen und Verhältnisse. 

In diesem Beitrag liegt der Fokus speziell auf den sprachlichen Strukturen in Kinder- und Jugendsendungen wie der Sendung mit der Maus. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich auch Formate aus dem Bildungsfernsehen als authentische Produkte speziell für den DaF/Z-Unterricht eignen. Im Vortrag wird dabei der These nachgegangen, dass sich solche Sendungsformate besonders gut dazu eignen, um das Verhältnis von sprachlichen Mitteln und ihren Zwecken im Unterricht anschaulich zu vermitteln. 

Anhand von einzelnen Auszügen soll im ersten Teil aufgezeigt werden, wie die Funktionen sprachlicher Strukturen im Unterricht eindrücklich an authentischem Material verdeutlicht und geübt werden können. Dabei sollen im Sinne einer funktionalen Handlungsanalyse die sprachlichen Mittel in ihrer Funktionalität betrachtet und ihre spezifische Leistung zum Vollzug sprachlichen Handelns herausgearbeitet werden. (Grundlegende Literatur u.A. Ehlich/Rehbein 1979; Ehlich 2007; Redder 2008) 

Da die sprachlichen Handlungen in solchen Sendungen mitunter sehr komplex sind, müssen auch Überlegungen zur zielgruppengerechten Vermittlung angestellt werden. Im zweiten Teil des Vortrags sollen deswegen Vermittlungsmöglichkeiten und Potentiale für die Vermittlung diskutiert werden. 

 

Literatur in Auswahl: 

  • Ehlich, Konrad; Rehbein, Jochen (1979): Handlungsmuster im Unterricht. In R. Mackensen; F. Sagebiel (Hrsg.): Soziologische Analysen: Referate aus den Veranstaltungen der Sektionen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und der ad-hoc-Gruppen beim 19. Deutschen Soziologentag. Berlin: Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), S.535-562. 
  • Ehlich, Konrad (2007): Sprechhandlungsanalyse. In: Diskurs – Narration – Text – Schrift. [Reihe: Sprache und sprachliches Handeln. Band 3]. Berlin: de Gruyter, S.47-64. 
  • Henseler, Roswitha; Möller, Stefan; Surkamp, Carola (2011): Filme im Englischunterricht. Grundlagen, Methoden, Genres. Seelze: Kallmeyer/Klett. 
  • Lütge, Christiane (2012): Mit Filmen Englisch unterrichten. Berlin: Cornelsen. 
  • Redder, Angelika (2008): Grammatik und sprachliches Handeln in der funktionalen Pragmatik. Grundlagen und Vermittlungsziele. In: Japanische Gesellschaft für Germanistik (Hrsg.): Grammatik und sprachliches Handeln. Akten des 36. Linguisten-Seminars, Hayama. München: iudicium, S.9-26. 

 

Angaben zur Person

Annemarie Hülsmann studierte Germanistik an der TU Chemnitz und schloss das Studium 2016 mit dem Master of Arts ab. Seit Januar 2017 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Deutsch als Fremd- und Zweitsprache angestellt und im Erweiterungsfach DaZ als Dozentin und Fachkoordinatorin tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Zweitspracherwerb, Sprachstandsdiagnostik und -förderung sowie kreativen Vermittlungsansätzen für den Deutsch als Zweitsprache-Unterricht.

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