[Kurzvortrag - Teil II] Grammatik für den Fachunterricht? Ergebnisse einer Studie zum sprachbezogenen Professionswissen von Lehrkräften

Franziska Wallner

 

Zielgruppe: AkteurInnen in der Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung, Lehrende in Primar- oder Sekundarstufe

 

In der Fachliteratur wird sich zunehmend dafür ausgesprochen, dass eine Förderung sogenannter bildungssprachlicher Kompetenzen auch im Fachunterricht stattfinden sollte und damit als Querschnittsaufgabe aller Lehrenden wahrzunehmen ist. Welche sprachlichen Phänomene als besonders förderrelevant anzusehen sind, zeigt eine Vielzahl an Publikationen, die sich mit der sprachlichen Ausgestaltung der schulischen Wissensdarstellung und -kommunikation und damit verbundenen Schwierigkeiten für Schülerinnen und Schüler (SuS) mit Deutsch als Zweitsprache befassen. Zudem werden die Förderschwerpunkte in Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaterialien aufgegriffen, die Lehrkräfte beim Aufbau eigener Sprachförderkompetenzen unterstützen sollen. Allerdings enthalten sowohl die an ein Fachpublikum gerichteten Publikationen als auch die für die Lehreraus- und -weiterbildung entwickelten Materialien vielfach fachwissenschaftlich geprägte Darstellungen der förderrelevanten Phänomene, deren Verständnis grammatisches Grundlagenwissen voraussetzt. Doch wie viel grammatisches Grundlagenwissen kann von (angehenden) Lehrkräften erwartet werden? Und bei welchem Kenntnisstand sollten Professionalisierungs­angebote in diesem Themenfeld ansetzen?

Der Vortrag präsentiert Ergebnisse einer Studie zum sprachbezogenen Professionswissen von Lehrerinnen und Lehrern der Primarstufe und der Sekundarstufe 1. Es wird einerseits gezeigt, inwieweit Lehrerinnen die in der Fachliteratur als förderrelevant eingestuften Phänomene in Schulbuchtexten überhaupt wahrnehmen. Andererseits wird dargelegt, mit welchen Begriffen, die zur Benennung bzw. Charakterisierung förderrelevanter Phänomene genutzt werden, sich die befragten Lehrenden vertraut fühlen. Im Vortrag wird anhand der Ergebnisse diskutiert, inwieweit die Vermittlung von grammatischen Grundlagenwissen Bestandteil der sprachförderungsbezogenen Professionalisierung von Lehrkräften sein sollte. 

 

 

Angaben zur Person

Franziska Wallner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Herder-Institut der Universität Leipzig. Seit 10/2019 vertritt sie die Professur für Deutsch als Fremdsprache an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Rahmen ihres Habilitationsprojekts beschäftigt sie sich mit den sprachlichen Anforderungen in schulischen und akademischen Bildungskontexten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bildungssprache / Wissenschaftssprache, Grammatik und Grammatikvermittlung, Wortschatzvermittlung, Professionalisierung von Lehrkräften, Gesprochene Sprache / Mündlichkeitsdidaktik sowie korpusgestützte Fremd- und Zweitsprachenvermittlung. Methodisch liegen ihre Schwerpunkte im Bereich der Korpuslinguistik und der empirischen Sprachlehr- und -lernforschung. 

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