[Kurzvortrag - Teil 2] Literaturselektion, Literaturkanon und Kanonisierungspraxis in interkulturellen Kontexten

Miriam Houska

 

Die Voraussetzung inhaltsorientierten Unterrichts ist die anthropologische und didaktische Notwendigkeit, eine Auswahl zu treffen: Was soll gelehrt, gelernt, gewusst werden? Diese Fragen stellen sich im Zuge der Globalisierung, Standardisierung und Kompetenzorientierung neu und lenken den Blick nicht nur auf Inhalte beziehungsweise einen neuen Umgang mit Inhalten, sondern auch auf den Export von Wissen und Kultur. Wenig überraschend erlebt der Kanon als Selektionsmechanismus seit der Jahrtausendwende eine Konjunktur in verschiedenen Formen, Medien und Kontexten – und hält als „ewige Debatte“ auch in Deutsch als Fremdsprache (wieder) Einzug. Ausgehend von der Marginalisierung von Literatur im Fremdsprachenunterricht stellt dieser Beitrag Fragen professioneller Literaturauswahl für den Unterricht und potentieller Kanonisierungseffekte in den Mittelpunkt, indem nach einem praktizierten heimlichen Literaturkanon und einer spezifischen Kanonisierungspraxis in interkulturellen Kontexten gesucht wird. Mittels Triangulation subjektiver Theorien von Lehrenden, ExpertInnen und Studierenden und der erstmaligen Anwendung des Kanonmodells der invisible hand(s) auf den Bereich Deutsch als Fremdsprache werden Kanonisierungsfaktoren anhand eines Fallbeispiels eruiert und Handlungsempfehlungen abgeleitet.

 

Angaben zur Person

Miriam Houska ist Germanistin und arbeitet als Lehrbeauftragte (Deutsch/Englisch) am Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten. Promotion 2016 zu Literaturkanon in interkulturellen Kontexten, erscheint 2019 im ESV. Zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin (Universität Wien/IGNOU/Goethe Institut Delhi), Lehraufträge u.a. am Goethe Institut Boston, an der Universität Wien, FH Wien der WKW, Akademie der bildenden Künste, TU Wien. Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Kunstgeschichte, Lehramt Deutsch und Englisch.

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