[Kurzvortrag - Teil 2] Geschichte(n) schreiben. Über Hürden und Erfolge beim Verfassen von multiperspektivischen historischen Narrationen

Georg Marschnig

 

Zögerlich und vorsichtig hat sich die Geschichtsdidaktik in den letzten Jahren den Themen sprachaufmerksamer Fachunterricht (Bernhardt 2018, Handro 2010), Schreiben im historischen Lernen (Hartung 2013, 2018) und der „Verfertigung von Geschichte beim Lesen“ (Handro 2007) zugewandt. Neben der Forderung, die im historischen Lernen zentrale, narrative Kompetenz „vom Kopf auf die Füße zu stellen“ (Bernhardt 2018), bestehen aber dennoch weiterhin kritische Positionen gegenüber einer zu starken Betonung sprachdidaktischer Facetten des Geschichtsunterrichts (Kühberger 2014). 

Der eingereichte Beitrag möchte die Studie „Multiperspektivität als sprachliche Herausforderung im historischen Lernen“ vorstellen, im Zuge derer anhand eines am Kontroversen-Referat (Feilke, 2014) angelehnten Schreibsettings untersucht wird, wie sich sprachliche Unterstützung (in Form von Textprozeduren) auf die Produktion historischer Narrationen von Schülerinnen und Schülern niederschlägt. Die Studie, an der im Herbst 2018 vier Grazer Schulen und knapp 200 Jugendliche teilnahmen, ist die erste größere Erhebung zum sprachaufmerksamen Arbeiten im österreichischen Geschichtsunterricht und möchte die Diskussion um den sprachsensiblen Geschichtsunterricht um weitere empirische Ergebnisse anreichern. 

Im Zuge der Präsentation wird nach einer knappen Einführung in das Untersuchungsdesign ausgehend von konkreten Textbeispielen gezeigt werden, welche Effekte sich durch einen verstärkten Sprachfokus im Geschichtsunterricht beobachten lassen. Außerdem sollen auch die Rückmeldungen der beteiligten Lehrkräfte und Jugendlichen thematisiert werden, um die präsentierten Ergebnisse im Kontext ihrer schulischen Erarbeitung darstellen und diskutieren zu können. 

Angaben zur Person

 

Georg Marschnig, Studium der Unterrichtsfächer Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung und Deutsch an den Universitäten Graz, Rouen und Wien. 2007-2009 Forschungsassistent am Initiativkolleg „Kulturen der Differenz“ der Universität Wien. 2009-2018 Lehrer am BG/BRG Kirchengasse Graz. Seit 2012 Lecturer für Fachdidaktik der Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz sowie bis 2016 Mitarbeiter im pädagogischen Management der Pädagogischen Hochschule Steiermark im Bereich „Fortbildung Sekundarstufe I und II“ für Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung. Seit Oktober 2018 Stipendiat des Habilitationsforums „Fachdidaktik und Unterrichtsforschung“ der Universität Graz. Fortbildungs- und Studienaufenthalte in Vietnam, Bulgarien, England, Israel, Norwegen und Frankreich.

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