[Kurzvortrag - Teil 1] CLIL-basiertes Lernen im Hochschulbereich

Judith Eberharter, Anne Markovic

 

Content and Language Integrated Learning (Marsh 1994) ist seit den 90er Jahren durch verschiedene bildungspolitische Maßnahmen, nicht zuletzt durch die Europäische Union, ein integraler Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts geworden. Bei diesem Ansatz steht die Integration von sprachlichem und inhaltlichem Lernen im Vordergrund, im Hochschulbereich ist damit vor allem die Aneignung fachlicher Kenntnisse durch akademische Bildungssprache gemeint (Leisen 2013: 59).

 

In unserem Vortrag möchten wir anhand zweier Unterrichtspraktiken zeigen, wie durch die inhaltliche

Bearbeitung fachspezifischer Themen Sprachhandlungen ausgeführt werden und implizit Sprachbewusstsein verstärkt wird.

 

Arbeiten mit Podcasts

Podcasts, also digitale Audioaufnahmen, werden zur Beurteilung und Benotung mündlicher Sprachproduktion eingesetzt. Podcasts stellen keine authentische Sprechsituation dar, allerdings sprechen die stressfreie Aufnahmesituation sowie die Möglichkeit, die eigene Sprache zu reflektieren, für diese Methode. Vor allem im zweiten Universitätsjahr haben die Studierenden vielfältige Möglichkeiten Podcasts zu kreieren, dem CLIL-Ansatz entsprechend werden dabei alle vier Fertigkeiten eingesetzt. Studierende haben dabei die Möglichkeit, mehrere Aufnahmen zu machen, die eigene Sprache zu bewerten und die beste Version abzugeben.

 

Das JETZT-Modul

Im letzten Studienjahr beschäftigt sich das „JETZT-Modul“ (Arbeitstitel) mit aktuellem Geschehen in den deutschsprachigen Ländern. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von aktuellen kulturellen und politischen Debatten, fachsprachliche Elemente werden dabei implizit vermittelt und aktiv angewendet. Durch die Arbeit mit authentischen Texten erwerben die TeilnehmerInnen das notwendige Wissen, um zielsprachliche Diskurse zu reflektieren und an diesen partizipieren zu können.

 

Literatur

Leisen, Josef: Handbuch Sprachförderung im Frach. Stuttgart : Klett, 2013

 

Marsh, David: Bilingual Education & Content and Language Integrated Learning. International Association for Cross-cultural Communication, Language Teaching in the Member States of the European Union (Lingua). Paris : University of Sorbonne, 1994

 

Angaben zu den Personen:

 

Judith Eberharter studierte angewandte Sprachwissenschaften in Salzburg und Rom. Seit 2016

studiert sie Rechtswissenschaften an der JKU Linz. Nach einem DaF-Praktikumsaufenthalt in Constanta/Rumänien hat Judith Eberharter einige Jahre in NGOs in Innsbruck zunächst Deutsch als Zweitsprache und Alphabetisierung unterrichtet, und später als Projektmangerin sowohl die Budget- als auch die Personalverantwortung übernommen. Seit 2016 ist sie OeAD Lektorin in Leeds/Großbritannien, im Rahmen ihrer Tätigkeit organisierte sie zahlreiche Kooperationsprojekte, u.a. die österreichische Kurzfilmschau, den writeAUTLiteraturwettbewerb und den Poetry Slam Leeds-Hull.

 

Anne Markovic studierte Islamwissenschaft, Theater-und Medienwissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und absolvierte anschließend den Masterstudiengang „Deutsch als Fremdsprache“ am Herder-Institut der Universität Leipzig. Nach dem Studium war sie zunächst Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Didaktik des Deutschen als Zweitsprache an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2014 ist sie DAAD-Lektorin an der University of Leeds/ Großbritannien. Neben ihrer Lehrtätigkeit mit Schwerpunkt Sprachvermittlung organisierte sie unter anderem eine Studienreise nach Deutschland in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians Universität München.

Abonnieren Sie unseren
Newsletter

"Ziel jedes sprachenpolitischen Engagements ist die Förderung der Mehrsprachigkeit. Dies schließt die Durchsetzung einer Sprache auf Kosten anderer Sprachen aus."

- Strobler Thesen 

Der ÖDaF ist Mitglied des IDV

Der ÖDaF ist Mitglied des ÖSKO

       

ÖDaF
Österreichischer Fachverband für Deutsch
als Fremdsprache/Zweitsprache
c/o Fachbereich Deutsch
als Fremd- und Zweitsprache
Institut für Germanistik
Universität Wien
Universitätsring 1
A - 1010 Wien

Bankverbindung (lautend auf ÖDaF):
P.S.K. - BLZ: 60000
Kto.Nr.: 7.963.205
BIC: BAWAATWW
IBAN: AT79 6000 0000 0796 3205
Darstellung: