Stellungnahme an BM Kurz zum Österreich Institut (19.3.2014)

Stellungnahme an BM Kurz zum Österreich Institut (19.3.2014)

 

 

Herrn
Bundesminister Sebastian Kurz
Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres Minoritenplatz 8
A-1014 Wien

 

ergeht in Kopie an:
Generalsekretär Botschafter Mag. Dr. Michael Linhart
Kabinettschef Botschafter Mag. Dr. Nikolaus Marschik
z. K. an: Mag. Anne Pritchard-Smith, Geschäftsführerin Österreich Institut GmbH

 

Wien, den 19. März 2014

 

Sehr geehrter Herr Minister,

 

wir wenden uns als Expertinnen und Experten für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache in Sachen Österreich Institut an Sie. Das Österreich Institut ist aus fachlicher Sicht und aus internationaler Perspektive ein zentrales Projekt, an dem auch im Ausland abgelesen wird, wie ernst es Österreich mit der Kooperation meint und wie wichtig uns unsere Sprache als Bestandteil internationaler Zusammenarbeit ist.

Offensichtlich ist eine Umstrukturierung des Österreich Instituts im Zusammenhang mit dem Österreichi- schen Integrationsfonds (ÖIF) geplant. Wir bedauern sehr, dass hierzu bisher nicht mit den einschlägigen Fachinstitutionen beraten wurde, um zumindest genauer zu prüfen, welche Vorteile, aber auch, welche eventuell unbeabsichtigt negativen Wirkungen eine solche Struktur etwa hinsichtlich der internationalen Wirksamkeit haben könnte. Die Wirksamkeit des Österreich Instituts in seiner gegenwärtigen Form ist in der Fachwelt unumstritten.

Besonders betroffen macht uns der Umgang Ihres Ministeriums mit der Geschäftsführerin der Österreich Institut GmbH: Dass dieser drei Wochen vor der anstehenden Vertragsverlängerung ohne jede Vorwarnung mitgeteilt wird, ihr Vertrag würde nicht verlängert, halten wir angesichts der Verdienste, die sich Frau
Mag. Anne Pritchard-Smith um das Österreich Institut und damit auch um die österreichische Außenkultur- politik erworben hat, für skandalös. Sie hat z. B. im Internationalen Deutschlehrerverband und in der internationalen Fachszene dafür gesorgt, dass das Österreich Institut trotz eines sehr knappen Budgets als ein hochqualifiziertes Instrument der Außenkulturpolitik wahrgenommen wird und hat sich vielfältige Achtung vor ihrer Arbeit erworben. Ein rüder Umgang mit ihr beschädigt auch Ihr Ministerium.

Wir bitten Sie um Stellungnahme, inwieweit die getroffene Entscheidung für die Struktur des Österreich Instituts tatsächlich erlaubt, die gesetzlich für das Institut vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen und den erworbenen international anerkannten Standard zu halten und ersuchen Sie diesbezüglich um einen ehestmöglichen Gesprächstermin.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Vorstand des Österreichischen Verbandes für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache (ÖDaF)

Mag.a Nicola Kraml, Mag.a Nicole Kroiss, Dr.in Doris Reininger, Dr. Hannes Schweiger, Mag.a Andrea Stangl, Mag. Denis Weger

 

Dr. Olaf Bärenfänger

1. Vorsitzender des Verbands für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache im Gesamtverband Moderne Fremdsprachen e.V.
Sprachenzentrum, Universität Leipzig

 

Mag. Hannes Baumgartner

Universität Salzburg, Fachbereich Germanistik

 

Lic. phil. Monika Clalüna

Lektorin Universität Wien, Institut für Germanistik, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, alt Schweizer Expertin beim Internationalen Deutschlehrerverband (IDV)

 

ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Rudolf de Cillia

Universität Wien, Institut für Sprachwissenschaft, Sprachlehrforschung und Angewandte Linguistik

 

Dr. Manuela Glaboniat

Geschäftsführerin des Österreichischen Sprachdiploms Deutsch (ÖSD) Leiterin des Fachbereichs DaF/Z an der Universität Klagenfurt

 

Dr. Sara Hägi

Expertin für Deutsch als Fremdsprache in der internationalen Arbeitsgruppe Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein
Universität Paderborn, Institut für Germanistik, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache

 

Univ.-Prof. Marianne Hepp

Präsidentin des Internationalen Deutschlehrerverbands (IDV) Universität Pisa, Dipartimento di Filologia, Letteratura e Linguistica

 

Mag.a Yvonne Herrmann-Teubel

Präsidentin des Arbeitskreises Deutsch als Fremdsprache - Deutsch als Zweitsprache in der Schweiz (AkDaF) in Zürich/Schweiz

 

Prof. Dr. Ursula Hirschfeld

Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik der Universität Halle, langjährige Lehrbeauftragte und Gastprofessorin an der Universität Wien

 

Prof. Dr. phil. Joachim Hoefele

Experte der Schweizerischen Fachverbände für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (AkDaF und Ledafids) im Vorstand des Internationalen Deutschlehrerverbands (IDV)

 

Dr. Alina Dorota Jarząbek

Vizepräsidentin des Internationalen Deutschlehrerverbands (IDV) Universität Ermland-Masuren in Olsztyn/Polen
Lehrstuhl für Germanistik

 

Univ.-Prof. (em.) Dr. Hans-Jürgen Krumm

Universität Wien, Institut für Germanistik, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

 

Univ.-Prof. (em.) Dr. Karl Sandner

Wirtschaftsuniversität Wien, Institute for Public Management and Governance

 

Univ.-Prof. Dr. Eva Vetter

Professorin für Fachdidaktik / Sprachlehr- und -lernforschung, Universität Wien

 

Mag.a Sonja Winklbauer

Expertin des Österreichischen Verbands für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache im Internationalen Deutschlehrerverband (IDV)

 

Andrea Zank (M.A.)

ZHAW, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, LCC, Leitung Deutsch als Fremdsprache

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